Ein Mann zum Mitnehmen oder Die Odyssee eines Buches

Als Autorin hab ich ja viele Ideen und denen ist ein Genre völlig egal. Fantasy, sanfter Grusel, Liebesgeschichte, alles schwirrt bunt durcheinander.

Als ich im Herbst 2015 bei einem Spaziergang durch den Schlosspark Charlottenburg eine plötzliche Eingebung hatte (Was wäre wenn …. Eine junge Frau einen auf einer Parkbank ausgesetzten Mann entdeckt und ihn mit nach Hause nimmt?), da wusste ich, diese ungewöhnliche Liebesgeschichte muss ich unbedingt aufschreiben.

Daraus wurde ein witziger, schräger kleiner Liebesroman, den ich 2016 als Selfpublisherin, also in Eigenregie, bei BoD veröffentlicht habe. Ich veranstaltete eine Leserunde auf Lovelybooks (zu der es hier geht) und rührte die Werbetrommel in den Social Media, so gut es ging (und ich gestehe, ich bin nicht besonders gut in der Selbstvermarktung). Das Buch wurde sehr gerne gelesen und bekam ein paar schöne Rezensionen. Aber ein großer Verkaufserfolg wurde es nicht.

Dann trat mein wunderbarer Agent auf den Plan und vermittelte das Buch an Dotbooks (ein E-Buch Verlag). Ja, die haben tatsächlich einen Roman gekauft, der bereits im Selfpublishing erschienen ist (ich höre oft, das Verlage so etwas nicht machen). Ich freute mich sehr, hatte ich doch alle meine Möglichkeiten ausgeschöpft. Ein richtiger Verlag konnte da bestimmt mehr tun!

Allerdings wollte Dotbooks nicht nur einen neuen Titel und ein neues Cover, sondern auch eine neue Autorin. Und so wurde Pippa Arden geboren. Das ist mein neues Pseudonym, mein Markenzeichen sozusagen, für schöne, schräge Liebesromane. Als Carola Wolff mache ich weiterhin Fantasy, dann kommen die Leser*innen wenigstens nicht durcheinander (es sind wirklich sehr unterschiedliche Zielgruppen).

Jetzt hieß mein Roman also Der Geschmack von Liebe, und die Autorin Pippa Arden. Dotbooks kümmert sich wirklich sehr intensiv um seine Titel. Das Buch erschien im August 2018 und war seitdem in diversen Marketing Aktionen, die es immer wieder in die Aufmerksamkeit der Leser*innen gerückt hat.

Aber damit nicht genug. Dotbooks denkt, da ist noch Potential. Und wie wir alle wissen, kommt es im Buchverkauf sehr auf ein ansprechendes Cover an. Also bekommt meine Geschichte noch mal ein neues Make-up verpasst. Der neue Titel wird heißen: Der kleine Laden der großen Träume. Das passt prima, denn meine Heldin Franzi besitzt einen Whisky-Laden (und dabei kann sie das Zeug gar nicht ausstehen).

Bücher mit ‚Der kleine Laden…‘ im Titel sind nämlich gerade sehr gefragt (wahrscheinlich wird das demnächst ein eigenes Genre). Und mein neuer Liebesroman, Wendy Wunderbar, liegt bei Dotbooks gerade auf dem Schreibtisch. Ratet mal, was meine Heldin Wendy besitzt? Jawohl, einen kleinen Strickladen (das Fräulein Wunderbar).

Sobald das neue Cover da ist, werde ich es euch zeigen.

Und bis dahin könnt ihr mir die Daumen drücken, dass Dotbooks auch Wendy Wunderbar machen möchte. Vielleicht unter dem neuen Titel: Der kleine Laden großer Verstrickungen?

Ich bin schon sehr gespannt.

Auf der Buchmesse in Leipzig, 2016

PS

Es wurden immer nur Titel und Cover geändert. Die Geschichte vom Mann zum Mitnehmen blieb dieselbe. Das Buch mit dem ursprünglichen, allerersten Cover erscheint noch hin und wieder in Shops, z.b. bei Amazon, ist allerdings jetzt vergriffen (nicht mehr erhältlich).

Wendy Wunderbar

Mein aktuelles Schreibprojekt: Wendy Wunderbar

Inspiration

Eine alte chinesische Legende besagt, dass die zwei Menschen, die füreinander bestimmt sind, durch einen roten Faden des Schicksals von den Göttern miteinander verbunden werden.

Was wäre, wenn … eine Frau plötzlich diesen Faden sehen könnte? Nur, dass der betreffende Mann schon vergeben ist?

Und was, wenn dann noch ein zweiter Mann und ein zweiter Faden auftauchen würden?

Auf alle Fälle: Verstrickungen!

Inhalt

Die einsame Wendy sehnt sich nach einem Seelenpartner.

Frauenheld Tim trennt alle sich anbahnenden Beziehungsverknüpfungen lieber schnell wieder auf.

Und der immer korrekte Leon ist der Meinung, dass es sich am besten auf wissenschaftlicher Grundlage zusammen leben lässt.

Also, wie ist das denn nun mit der Liebe?

Wendy, 28, Inhaberin des Wollladens Fräulein Wunderbar, strickt Pullover für Bäume und glaubt nicht an alte Mythen, aber unbedingt an die große, einzig wahre Liebe. Als Wendy auf Leon, den korrekten Bankangestellten trifft und den roten Faden des Schicksals zwischen ihnen erkennt, verhindert sie seine Hochzeit mit einer anderen Frau.

Dann stolpert Frauenheld Tim in Wendys Leben und siehe da, auch er ist durch einen roten Schicksalsfaden mit ihr verbunden. Haben sich die Götter einen Scherz erlaubt, oder ist Wendy ein Opfer ihrer eigenen Sehnsucht geworden?

Die Drei versuchen, sich aus ihren Verstrickungen zu lösen, doch das Beziehungsgeflecht wird immer verworrener …

Und jetzt?

Das Romanmanuskript ist beendet, jetzt sind Probeleser und mein Agent dran. Ein Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest.

Die Kurzgeschichte Kaktusgespräch stellt zwei der Hauptdarsteller vor.

Bei Pinterest habe ich  Inspirationen für Wendy gesammelt.

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Kaktusgespräch

Am Morgen ihres achtundzwanzigsten Geburtstages beschloss Wendy, nicht mehr allein leben zu wollen. Sie hatte es gründlich satt, morgens in einem leeren Bett aufzuwachen und noch viel mehr satt, abends allein einzuschlafen.

Ein Mann muss her“, verkündete Wendy dem kleinen Kaktus auf ihrem Fensterbrett.

Die Sonne schien und im Radio sangen die Beatles All you need is love.

Sollte sie es online versuchen?

Alle elf Minuten verliebt sich angeblich ein Single im Internet“, stellte Wendy fest.

Der Kaktus schien skeptisch zu sein.

Aber ich hab andererseits auch mal gelesen, dass die meisten Paare sich am Arbeitsplatz kennenlernen.“

Jetzt sah der Kaktus definitiv skeptisch aus.

Ja, ich weiß“, seufzte Wendy. „Männer besuchen normalerweise keine kleinen Wollläden. Jedenfalls meinen nicht.“

Im Radio lief jetzt der alte Disco-Hit Saturday Night Fever. Die Stacheln des Kaktus‘ schienen freudig zu zittern.

Und tanzen gehen“, stellte Wendy bedauernd fest, „war noch nie mein Ding.“

Der Kaktus wirkte ratlos, aber Wendy hatte eine Idee. Sie dekorierte einen Schokoladenkeks mit einem Teelicht und zündete es an. Dann summte sie leise „Happy Birthday to me“ und schloss die Augen.

Ich wünsche mir einen ruhigen, zuverlässigen Partner mit Humor und schwarzen Haaren, der gerne kuschelt. Einen, der mich genauso sehr braucht, wie ich ihn, und wenn er auch noch Paul heißen würde, das wäre wunderbar.“

Sie wünschte so fest, dass sie dabei ihre Zähne knirschen und ihr Herz klopfen hörte. Dann blies sie das Teelicht aus und öffnete die Augen wieder. Der Kaktus blickte sie zweifelnd an. Es roch nach Kerzenwachs. Wendy aß den pappigen Schokoladenkeks und dann ging sie ihren Laden öffnen.

Sie verkaufte an diesem Tag fünf Knäuel burgunderfarbene Merinowolle und drei Meter Spitzenborte. Sie beriet ein junges Mädchen, das schwarze Stulpen mit Totenkopfmuster stricken wollte. Sie trank zwei Kannen Tee, holte sich Falafel aus dem kleinen Laden nebenan und sah immer wieder durch das Schaufenster auf die Straße hinaus. Jede Menge Männer, große, kleine, dicke, dünne. Alle liefen vorbei. Nicht einer sah zu ihr rüber, oder kam gar herein. Wendy betrachtete ihr Spiegelbild in der Fensterscheibe: relativ schlank, relativ hübsch und sogar blond. Woran lag es nur? Vielleicht sollte sie nicht so oft mit ihrem Kaktus reden. Aber wenn sie einen Partner hätte, dann bräuchte sie das ja auch nicht mehr.

Kurz nach sechs gab Wendy auf. Sie holte gerade den Korb mit den Restposten herein, als unvermittelt etwas Schwarzes zwischen ihren Beinen hindurchhuschte. Beinahe wäre sie gestolpert. Als Wendy zurück in den Laden kam, thronte er bereits auf dem Stuhl hinter der Kasse, als würde er dorthin gehören: ein prachtvoller, schwarzer Kater.

Was willst du denn hier?“

Er bedachte sie mit einem nachsichtigen Blick aus grünen Augen. Kein Halsband. Wendy streckte ihre Hand aus. Er schmiegte seinen Kopf hinein. Wie warm und weich er war, wie liebebedürftig. Ein Hauch von Kerzenwachs lag in der Luft.

Paul?“

Der Kater begann, hingebungsvoll zu schnurren. Vielleicht hätte Wendy ihren Wunsch etwas genauer formulieren sollen: weniger haarig und vor allem zweibeinig.

Aber immerhin, besser als nichts.