Wendy Wunderbar

Schreibprojekt: Wendy Wunderbar

Inspiration

Eine alte chinesische Legende besagt, dass die zwei Menschen, die füreinander bestimmt sind, durch einen roten Faden des Schicksals von den Göttern miteinander verbunden werden.

Was wäre, wenn … eine Frau plötzlich diesen Faden sehen könnte? Nur, dass der betreffende Mann schon vergeben ist?

Und was, wenn dann noch ein zweiter Mann und ein zweiter Faden auftauchen würden?

Auf alle Fälle: Verstrickungen!

Inhalt

Die einsame Wendy sehnt sich nach einem Seelenpartner.

Frauenheld Tim trennt alle sich anbahnenden Beziehungsverknüpfungen lieber schnell wieder auf.

Und der immer korrekte Leon ist der Meinung, dass es sich am besten auf wissenschaftlicher Grundlage zusammen leben lässt.

Also, wie ist das denn nun mit der Liebe?

Wendy, 28, Inhaberin des Wollladens Fräulein Wunderbar, strickt Pullover für Bäume und glaubt nicht an alte Mythen, aber unbedingt an die große, einzig wahre Liebe. Als Wendy auf Leon, den korrekten Bankangestellten trifft und den roten Faden des Schicksals zwischen ihnen erkennt, verhindert sie seine Hochzeit mit einer anderen Frau.

Dann stolpert Frauenheld Tim in Wendys Leben und siehe da, auch er ist durch einen roten Schicksalsfaden mit ihr verbunden. Haben sich die Götter einen Scherz erlaubt, oder ist Wendy ein Opfer ihrer eigenen Sehnsucht geworden?

Die Drei versuchen, sich aus ihren Verstrickungen zu lösen, doch das Beziehungsgeflecht wird immer verworrener …

Und jetzt?

Die Kurzgeschichte Kaktusgespräch stellt zwei der Hauptdarsteller vor.

Bei Pinterest habe ich  Inspirationen für Wendy gesammelt.

Und wenn du meinen Newsletter  (Carola Wolff/Pippa Arden) abonnierst, erfährst du alle weiteren Neuigkeiten sofort.

 

Hope, Coffee and Poetry

“You deserve a lover who wants you disheveled, with everything and all the reasons that wake you up in a haste and the demons that won’t let you sleep.

You deserve a lover who makes you feel safe, who can consume this world whole if he walks hand in hand with you; someone who believes that his embraces are a perfect match with your skin.

You deserve a lover who wants to dance with you, who goes to paradise every time he looks into your eyes and never gets tired of studying your expressions.

You deserve a lover who listens when you sing, who supports you when you feel shame and respects your freedom; who flies with you and isn’t afraid to fall.

You deserve a lover who takes away the lies and brings you hope, coffee, and poetry.”

Frida Kahlo

Kaktusgespräch

Am Morgen ihres achtundzwanzigsten Geburtstages beschloss Wendy, nicht mehr allein leben zu wollen. Sie hatte es gründlich satt, morgens in einem leeren Bett aufzuwachen und noch viel mehr satt, abends allein einzuschlafen.

Ein Mann muss her“, verkündete Wendy dem kleinen Kaktus auf ihrem Fensterbrett.

Die Sonne schien und im Radio sangen die Beatles All you need is love.

Sollte sie es online versuchen?

Alle elf Minuten verliebt sich angeblich ein Single im Internet“, stellte Wendy fest.

Der Kaktus schien skeptisch zu sein.

Aber ich hab andererseits auch mal gelesen, dass die meisten Paare sich am Arbeitsplatz kennenlernen.“

Jetzt sah der Kaktus definitiv skeptisch aus.

Ja, ich weiß“, seufzte Wendy. „Männer besuchen normalerweise keine kleinen Wollläden. Jedenfalls meinen nicht.“

Im Radio lief jetzt der alte Disco-Hit Saturday Night Fever. Die Stacheln des Kaktus‘ schienen freudig zu zittern.

Und tanzen gehen“, stellte Wendy bedauernd fest, „war noch nie mein Ding.“

Der Kaktus wirkte ratlos, aber Wendy hatte eine Idee. Sie dekorierte einen Schokoladenkeks mit einem Teelicht und zündete es an. Dann summte sie leise „Happy Birthday to me“ und schloss die Augen.

Ich wünsche mir einen ruhigen, zuverlässigen Partner mit Humor und schwarzen Haaren, der gerne kuschelt. Einen, der mich genauso sehr braucht, wie ich ihn, und wenn er auch noch Paul heißen würde, das wäre wunderbar.“

Sie wünschte so fest, dass sie dabei ihre Zähne knirschen und ihr Herz klopfen hörte. Dann blies sie das Teelicht aus und öffnete die Augen wieder. Der Kaktus blickte sie zweifelnd an. Es roch nach Kerzenwachs. Wendy aß den pappigen Schokoladenkeks und dann ging sie ihren Laden öffnen.

Sie verkaufte an diesem Tag fünf Knäuel burgunderfarbene Merinowolle und drei Meter Spitzenborte. Sie beriet ein junges Mädchen, das schwarze Stulpen mit Totenkopfmuster stricken wollte. Sie trank zwei Kannen Tee, holte sich Falafel aus dem kleinen Laden nebenan und sah immer wieder durch das Schaufenster auf die Straße hinaus. Jede Menge Männer, große, kleine, dicke, dünne. Alle liefen vorbei. Nicht einer sah zu ihr rüber, oder kam gar herein. Wendy betrachtete ihr Spiegelbild in der Fensterscheibe: relativ schlank, relativ hübsch und sogar blond. Woran lag es nur? Vielleicht sollte sie nicht so oft mit ihrem Kaktus reden. Aber wenn sie einen Partner hätte, dann bräuchte sie das ja auch nicht mehr.

Kurz nach sechs gab Wendy auf. Sie holte gerade den Korb mit den Restposten herein, als unvermittelt etwas Schwarzes zwischen ihren Beinen hindurchhuschte. Beinahe wäre sie gestolpert. Als Wendy zurück in den Laden kam, thronte er bereits auf dem Stuhl hinter der Kasse, als würde er dorthin gehören: ein prachtvoller, schwarzer Kater.

Was willst du denn hier?“

Er bedachte sie mit einem nachsichtigen Blick aus grünen Augen. Kein Halsband. Wendy streckte ihre Hand aus. Er schmiegte seinen Kopf hinein. Wie warm und weich er war, wie liebebedürftig. Ein Hauch von Kerzenwachs lag in der Luft.

Paul?“

Der Kater begann, hingebungsvoll zu schnurren. Vielleicht hätte Wendy ihren Wunsch etwas genauer formulieren sollen: weniger haarig und vor allem zweibeinig.

Aber immerhin, besser als nichts.

 

 

So war das Blind Date mit einem Buch

Das war eine tolle Aktion zum Valentinstag 2019: Partnerschaftsgesuche für Bücher.

Und so sahen die Anzeigen dann z.B. aus:

Hättest du gedacht, dass sich hinter diesem Blind Date Der Geschmack von Liebe verbirgt?

Bei dieser schönen Aktion zum Valentinstag auf FB gab es 26 Titel zum daten, und es haben unglaublich viele Neugierige mitgemacht.

Das werden wir im nächsten Jahr bestimmt wiederholen.

Und wenn du nicht so lange warten möchtest, kannst du gerne meinen Newsletter abonnieren für Leseproben, Kurzgeschichten, Gewinnspiele und vieles mehr.

Ich freue mich auf dich!

PS

Hier ist übrigens noch ein Blind Date:

Casanova

Meinen seelenvolle braunen Augen hat noch keine Frau widerstehen können. Jedenfalls früher nicht, als ich noch jung und munter war, flink und verspielt.

Jetzt, im gesetzten Alter, sind sie ein wenig verhangen, aber das, was wichtig ist, das sehe ich immer noch sehr gut.

Ich sitze hier, jeden Abend, wenn es dunkel wird, neben der alten Linde am Straßenrand und beobachte das menschliche Theater um mich herum. Manchmal werde ich weggescheucht, manchmal bekomme ich eine kleine Zuwendung. Aber ich bettele nicht. Ja, ich habe bessere Zeiten gesehen. Aber ich habe auch meinen Stolz.

Bei der Frau, die ich jetzt schon eine ganze Weile beobachte, bin ich mir da nicht so sicher.

Sie kommt jeden Abend bei mir vorbei und setzt sich in das kleine Café gegenüber, ans hell erleuchtete Fenster. Sie ist selbst nicht mehr die Jüngste. Aber ich mag ihre Augen, groß, blau, neugierig und offen für das Leben. Und sie riecht gut, frisch gewaschen mit einem Hauch von Plätzchenteig oder Bratensoße. Ich mag Frauen, die kochen können. Und ein neues Zuhause hätte ich ebenfalls dringend nötig. Der Winter auf der Straße ist hart, und ganz alleine sein ebenfalls.

Sie will auch nicht länger alleine sein, das habe ich schon begriffen.

Denn jeden Abend kommt ein anderer Mann, der sich zu ihr an den Tisch setzt, auf dem einsam eine rote Rose steht. Manchmal reden sie, öfters schweigen sie. Ich habe noch nie so eine Parade von Losern gesehen, und ich habe schon einiges gesehen. Kein Wunder, dass sie jeden Abend am Ende wieder alleine da sitzt, und ihre Augen ein bisschen weniger leuchten.

Schade, dass sie mich nicht sieht. Ich bin klein und unscheinbar, und sie ist immer in Gedanken versunken. Aber, selbst wenn sie mich sehen würde … Ob ich wohl eine Chance hätte? Ich bin nicht mehr der, der ich mal war. Aber treu, liebevoll und loyal, das wäre ich ihr bis in den Tod.

Heute Abend ist alles anders. Sie sitzt da drüben mit einem Mann, und sie lacht. Beide lachen. Mit keinem anderen hat sie sich so angeregt unterhalten, mit keinem anderen hat sie so viel Spaß gehabt. Sie sieht glücklich aus. Ihre blauen Augen funkeln, und er hat sich zu ihr hinüber gebeugt, gestikuliert, lächelt. Seine Augen lächeln nicht mit.

Ich bin ein bisschen aufgeregt, denn auch dieser Mann kam vorher bei mir vorbei. Auch wenn ich etwas älter bin, meine Nase funktioniert immer noch gut. Ich merke das, wenn etwas nicht stimmt. Angstschweiß und Selbsthass, notdürftig überdeckt von künstlichen Düften. Ich kann den Kerl nicht riechen. Vielleicht bin ich auch ein wenig neidisch.

Sie trinken nicht nur Kaffee. Eine Flasche steht auf dem Tisch, das Gelächter wird lauter. Dann stecken sie die Köpfe zusammen. Da, war das ein Kuss? Ich kann es nicht genau erkennen. Jedenfalls bleiben sie länger als üblich. Mein Hintern wird kalt, aber ich kann mich nicht von meinem Posten wegbewegen. Etwas wird passieren, ich kann es spüren mit jeder Faser meines Körpers.

Das Café schließt. Sie kommen raus, immer noch in angeregte Unterhaltung vertieft. Meine innere Unruhe ist so groß geworden, ich springe auf, aber dann weiß ich nicht, was ich tun soll und bleibe einfach stehen. Der Mann ist auf mich aufmerksam geworden.

„Gott, ist der hässlich, den würde ich nicht mal geschenkt nehmen“, sagt er lachend.

Ihr Lächeln erstirbt. Sie wirft mir einen entschuldigenden Blick zu. Aber er hat schon ihre Hand genommen und zieht sie vorwärts.

„Ich wohne gleich um die Ecke, Süße.“

„Ich weiß nicht, ich…“

Er zieht sie an sich und diesmal küsst er sie wirklich. Eine Duftmischung aus Lust, Unsicherheit und Brutalität weht zu mir herüber. Der Mann legt den Arm um sie und beide biegen um die nächste Ecke. Ich denke nicht weiter nach, sondern folge ihnen einfach. Ich kann mich immer noch ziemlich schnell und unauffällig bewegen, worauf ich sehr stolz bin. Sie stehen in einem Hauseingang, eng beieinander, er streicht ihr über die Wange.

„Du hast mich voll erwischt, Süße“, sagt er.

Ich kann die Lüge riechen, sie hat das Aroma fauliger Herbstblätter.

„Komm rein.“

Er öffnet die Haustür. Was soll ich nur machen?

„Das geht mir ein bisschen zu schnell“, sagt sie und tritt einen Schritt zurück.

Gut so, vielleicht hat sie ja auch etwas gerochen.

„Warum warten, wir sind perfekt füreinander“, schmeichelt er und greift nach ihrem Oberarm. „Ich will keine Minute mehr ohne dich sein.“

Ob sie die Ungeduld in seiner Stimme hören kann?

„Nein, wirklich“, sagt sie. „Heute Abend nicht. Lass uns telefonieren, ok? Wir könnten uns morgen zu einem Spaziergang im Park treffen.“

Ich liebe Spaziergänge im Park. Er nicht.

„Nun komm schon, hab dich nicht so“, sagt er und ich kann sehen, wie sich sein Griff um ihren Oberarm verstärkt.

„Lass mich los“, sagt sie.

Er drängt sie in Richtung der offenen Haustür.

„Erst heißmachen, dann kneifen. So haben wir nicht gewettet.“

Ich kann ihre Angst riechen und ihre Traurigkeit. Da ist auch Wut, aber die hat sie viel zu tief in sich vergraben. Dafür werde ich wütend. Ein Laut entringt sich meiner Kehle, wie ein tiefes Knurren. Der Mann dreht sich nach mir um.

„Verpiss dich“, sagt er.

Sie hat sich ebenfalls umgedreht. Ihre großen blauen Augen blicken flehend. Aber da bin nur ich, und ich sehe, wie die Hoffnung auf Hilfe in ihrem Blick erstirbt.

„Na los, komm schon“, sagt der Mann und schiebt sie vorwärts, in das Haus hinein.

„Nein.“

Er holt aus. Sie duckt sich und ich mache einen Satz nach vorne. Ich habe es noch nie dulden können, wenn jemand geschlagen wird. Egal ob Frauen oder Kinder. Das hat mir schon öfters Ärger eingebracht, aber so bin ich nun mal.

„Aua!“, schreit der Mann.

Er versucht, mich wegzuscheuchen, aber ich habe ihn gepackt und lasse nicht los.

„Was soll die Scheiße, lass das!“, jault der Mann.

Die Frau hat sich befreit und auf den Bürgersteig gerettet. Sie ist nicht weggelaufen, aber sie steht in sicherer Entfernung von der immer noch offenen Haustür. Ich lasse den Mann los.

„Er hat mich gebissen!“, beschwert er sich.

Der Geschmack seines Hinterns in den engen Jeans war wirklich ekelhaft, und ich hoffe, sehr, dass ich noch alle Zähne habe.

„Ich werde die Polizei holen!“, droht der Mann.

Das könnte ein Problem werden. Hinter Gittern war ich schon mal. Nicht schön. Der Mann knallt die Haustür hinter sich zu.

„Puh“, sagt die Frau. „Das war knapp. Danke.“

Ich lege meinen Kopf schräg und sehe sie an.

„Kein Halsband, keine Marke, kein Zuhause?“

Gut erkannt. Ich lasse meine braunen Augen sprechen. Sie bückt sich zu mir, krault mich hinter den Ohren. Ich kann spüren, wie ihr Zittern nachlässt.

„Du bist ein Geschenk des Himmels“, sagt sie. „Heute Abend schon was vor?“

Na bitte, geht doch.

 

Valentinstag: Blind Date mit einem Buch

Lass dich überraschen! Zum Valentinstag 2019 findet auf Facebook eine spannende Gewinnspielaktion statt: Blind Date mit einem Buch.

Sechsundzwanzig Kanditaten stellen sich vor. Wer bringt dein Herz zum Klopfen?

Keine Klappentexte, kein Cover, dafür die Antworten auf sechs Fragen. Was für eine Geschichte verbirgt sich dahinter? Möchtest du das entsprechende Buch gewinnen? Na dann los! Mitmachen lohnt sich (die Aktion läuft vom 14. – 15 Februar 2019).

Der Geschmack von Liebe ist natürlich auch mit dabei. Erratet ihr, hinter welchem Blind Date sich mein Roman verbirgt?

Diese schöne Idee stammt übrigens von der Autorin Janna Ruth, deren fantasievolle Geschichten ich euch nur ans Herz legen kann.

Viel Spaß beim Daten!

Bildquelle: Sarah Stoffers

 

PS

Die Aktion ist leider vorbei, aber wenn du neugierig bist, kannst du hier mal gucken, wie die Anzeigen ausgesehen haben

 

Anna Gavalda: Zusammen ist man weniger allein

Anna Gavaldas Zusammen ist man weniger allein ist einer meiner Lieblingsliebesromane und ein Buch, das ich immer mal wieder zur Hand nehme, lese und genieße.

Warum?

Die Protagonisten sind so wunderbar lebendig, schräg, verletzlich, ängstlich, menschlich.

Aber vor allem:

Es geht nicht nur um eine Paarbeziehung und darum, wie zwei verletzliche Dickköpfe zueinander finden. Es geht um die Liebe zu so vielen Dingen, um die Liebe in so vielen Spielarten, Varianten.

Die Liebe einer alten Frau für ihren Garten, die Liebe einer jungen Frau für Kunst, Maler und Malerei. Die Liebe eines schrägen Vogels für Geschichte, für die Geschichten, die Geschichte uns erzählt. Die Liebe für alte, benutzte, verbrauchte Gegenständen und die ihnen innewohnende Würde. Die Liebe eines zornigen jungen Mannes für seine Oma, Essen und Kochen, für Lebensmittel, Überlebensmittel und diverse Genussmittel.

Die Liebe für Buchhandlungen und Bücher, Musik und Theater.

Die Liebe zum Leben.

Das alles wird großartig unsentimental erzählt, manchmal grob, manchmal zärtlich. Immer berührend.

Dieses Buch wird mich noch lange begleiten.

Pippa Arden erzählt

»Hör’ uff dein Herz, aber verjiss nich, deinen Verstand zu benutzen.«

Unsere Autorin Pippa Arden erzählt, welche Botschaft sie mit ihrem Roman DER GESCHMACK VON LIEBE an die Leserinnen und Leser senden möchte:

»Das Leben beschert uns die wunderbarsten Momente und die schrägsten Vögel. Die Idee für diesen Roman kam mir bei einem herbstlichen Spaziergang im Berliner Schlosspark Charlottenburg. Dort sah ich auf einer Bank am See einen sehr attraktiven, sehr einsamen Mann sitzen – starr und stumm wie eine Statue. Er wirkte, als hätte ihn jemand ausgesetzt. Sofort fragte sich die Autorin in mir: was wäre, wenn … jemand ihn mit nach Hause nehmen würde? Zum Beispiel eine junge Frau? Und was würde dann passieren? Und schon entstand die Geschichte:

Franziska Engel – die Heldin dieser Geschichte – ist eine liebenswerte Frau mit einem großen Herzen, die am liebsten alle gestrandeten, einsamen Geschöpfe einsammeln würde, egal ob Zwei- oder Vierbeiner. Weil Franzi sich so intensiv um ihre Schutzbefohlenen kümmert, vergisst sie nur zu oft, für sich selbst zu sorgen und auf ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu achten. Sie will abnehmen und eine toughe, durchsetzungsfähige Frau werden. Doch als sie einen schweigsamen, attraktiven Mann im Park findet, der aussieht als hätte ihn jemand dort ausgesetzt, kann sie nicht widerstehen und nimmt ihn mit nach Hause.

Hin- und hergerissen zwischen Genussbedürfnis und Diätversuchen und sich unverhofft verliebend, kommt Franzi dem Fremden, der Felix zu heißen scheint, immer näher. Und auch Felix erwischt es mächtig. In DER GESCHMACK VON LIEBE geht es aber nicht nur ums Bauchkribbeln. Der gesellschaftliche Druck, schlank, schön und erfolgreich zu sein, führt in einen Selbstoptimierungswahn, der Frauen und Männer gleichermaßen aufreibt. Franzi, die sich für zu dick hält, leidet unter ihrem mangelnden Selbstbewusstsein und Felix, der ein erfolgreicher Personaler ist, hat gelernt, Menschen einzig nach ihrem Nutzen für den Arbeitsmarkt zu beurteilen. Letzteres hat schreckliche Folgen für ihn und einen seiner Angestellten. Denn was dabei auf der Strecke bleibt, ist die Menschlichkeit.

Ich würde mich freuen, wenn mein Roman den Leserinnen und Lesern Mut macht, Stereotype zu hinterfragen, sich davon nicht irritieren zu lassen und ihren eigenen Weg zu gehen. Oder wie Franzis Oma Elfie sagen würde: ›Hör’ uff dein Herz, aber verjiss nich, deinen Verstand zu benutzen.‹«

DER GESCHMACK VON LIEBE von Pippa Arden – überall erhältlich, wo gute eBooks angeboten werden, und natürlich auch auf unserer WEBSITE, wo das eBook für Sie im Mobi-Format für den Kindle und als ePub für alle anderen Lesegeräte bereitsteht.

(Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Blog des dotbooks Verlages, nachzulesen hier.)

Interview

»In jeder Figur steckt natürlich auch immer ein wenig von der Autorin.«

Ein Gespräch mit unserer Autorin Pippa Arden über ihren Roman DER GESCHMACK VON LIEBE, ihre Romanheldin und Vorliebe für Liebesgeschichten:

Liebe Frau Arden, in Ihrem Roman gibt es zahlreiche hinreißend-skurrile Figuren. Hand aufs Herz: Wer ist Ihr Liebling?

Pippa Arden: »Oh, das ist schwer. Natürlich liebe ich Felix und Franzi, mein (zuerst) verhindertes Liebespaar. Und dann sind da noch Viktor, der Freizeit-Transvestit, Shakti, die leidenschaftliche Tantra-Lehrerin, und ihre resolute Tochter Luna. Aber darüber hinaus liebe ich vor allem Franzis Oma Elfie. Die Ratschläge, die sie Franzi gibt, sind dieselben, die ich damals von meiner eigenen, sehr geliebten und echt berlinerischen Oma bekommen habe (›Kopp hoch, wenn der Hals ooch dreckig is!‹). Ansonsten mag ich auch Franzis Findelkinder sehr: Der Kater John Wayne und der Hund Popcorn. Beide sind mir beim Schreiben so ans Herz gewachsen, dass ich sie in meinem ›richtigen‹ Leben tatsächlich vermisst habe.«

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Protagonistin Franzi – und was nicht?

Pippa Arden: »In jeder Figur steckt natürlich auch immer ein wenig von der Autorin. Ich teile auf alle Fälle Franzis Leidenschaft fürs Kochen und für den Genuss. Leider (manchmal) auch ihren fatalen Hang zu den falschen Männern. Ersteres habe ich immer noch, letzteres hat sich zum Glück gebessert. Sollte ich allerdings, wie Franzi, einen attraktiven Gentleman im Park auf einer Bank finden, der kein Wort spricht und keine Schuhe trägt, dann – wer weiß – würde ich ihn vielleicht auch mit nach Hause nehmen.
Genau wie Franz, habe ich auch Whisky früher überhaupt nicht gemocht. So lange, bis ein unendlich geduldiger, sehr süßer Engländer (mit schottischen Wurzeln) mir beibrachte, dass – und vor allem wie – man ihn genießen kann (ganz ähnlich wie im Buch). Seitdem habe ich immer eine Flasche schottischen Single Malt zu Hause. Nur das Kaminfeuer fehlt noch.«

Was begeistert Sie am Schreiben von Liebesgeschichten?

Pippa Arden: »An dieser Stelle möchte ich Franzis Oma Elfie zitieren: ›Die Liebe is een Feuerzeug, det Herz, det is der Zunder, und fällt een kleenet Fünkchen rin, so brennt der janze Plunder.‹ Ich schreibe gerne über die Liebe, weil sie aus unserem Leben etwas ganz Besonderes macht. Aber was mich vor allem interessiert ist, wie und warum zwei Menschen zueinander finden. Gegensätze ziehen sich an? Gleich und gleich gesellt sich gern? Und warum weiß man manchmal nicht, was eigentlich gut für einen ist und was man wirklich braucht? In meinen Romanen darf es dabei gerne haarsträubende Verwicklungen geben, und eine ordentliche Portion Humor gehört unbedingt dazu.«

Das Gespräch führte Christine Albach, Lektorin dotbooks.

Unter dem Pseudonym Pippa Arden schreibt die Autorin Carola Wolff, Jahrgang 1962, humorvolle, herzerwärmende Liebesgeschichten. Die Berlinerin ist gelernte Buchhändlerin, hat englische Literatur studiert und erzählt nun leidenschaftlich gern fesselnde Geschichten.

Bei dotbooks veröffentlicht sie DER GESCHMACK VON LIEBE.

DER GESCHMACK VON LIEBE von Pippa Arden – überall erhältlich, wo gute eBooks angeboten werden, und natürlich auch auf unserer WEBSITE, wo das eBook für Sie im Mobi-Format für den Kindle und als ePub für alle anderen Lesegeräte bereitsteht.

(Dieses Interview erschien auf dem dotbooks Blog, nachzulesen hier.)

Vorgestellt: Der Geschmack von Liebe

Christine Albach, Lektorin von dotbooks, stellt DER GESCHMACK VON LIEBE von Pippa Arden vor:

Jeden Tag eine gute Tat – das ist ein Grundsatz, nach dem ich sehr entschlossen lebe: Gerne biete ich in der U-Bahn einer alten Dame meinen Sitzplatz an und freue mich, wenn sie sich herzlich bedankt, auch spende ich gerne Blut und meine alten Kleider oder lächle einfach jemanden an, der mir mit verdrießlichem Gesichtsausdruck entgegenkommt – denn schon die kleinste gute Tat bereichert unseren Alltag. Manchmal, wenn sich jemand an der Supermarktkasse dreist vordrängelt oder mir vor der Nase eine Tür zufallen lässt, spüre ich aber, wie sich Unmut in mir regt: Bin ich eigentlich die Einzige, die sich stets um Freundlichkeit bemüht?

Auch Franziska Engel, die Hauptfigur in DER GESCHMACK VON LIEBE von Pippa Arden, hadert mich sich: Ihre Gutmütigkeit wurde immer wieder ausgenutzt und ihr großes Herz schon oft gebrochen. Nun soll Schluss damit sein, nun sorgt sie sich nur noch um sich selbst! Doch als sie beim morgendlichen Joggen im Berliner Schlosspark einen scheinbar stummen, sehr attraktiven – und irritierenderweise barfüßigen – Mann einsam auf einer Parkbank findet, kann sie nicht widerstehen: Sie rettet ihn vor den bereits nahenden Ordnungshütern und nimmt ihn mit nach Hause.

In der Anzugtasche des Unbekannten findet Franzi ein Entlassungsschreiben für einen gewissen Felix Klein. Hat der Schock über die Entlassung ihm wortwörtlich die Sprache verschlagen? Mitleidig beschließt Franzi, ihn bei sich aufzunehmen, bis es ihm besser geht: Die Couch ist bequem und zu essen gibt es ohnehin immer genug in ihrer Küche. Im Gegenzug hilft Felix, der schließlich seine Sprache wiederfindet, ihr mit der völlig chaotischen Buchführung ihres kleinen Ladens. Doch Franzi ahnt nicht, dass Felix ein Geheimnis hütet, das ihr Leben – erneut – auf den Kopf stellen wird …

DER GESCHMACK VON LIEBE ist ein gefühlvoller Roman über Liebe, Freundschaft und die Herausforderung, den eigenen Weg zu finden – mit hinreißenden Figuren, die Sie so schnell nicht vergessen werden: Viktor, Franzis Mitbewohner und leidenschaftlicher Freizeit-Transvestit, der um seine Familie kämpft, Shakti, die herrlich verrückte Tantra-Lehrerin, die einen Weg zwischen Selbstverwirklichung und Muttersein sucht, und Luna, Shaktis liebenswert pragmatische Teenie-Tochter, die unabhängig von der esoterischen Lebensführung ihrer Mutter versucht, sich selbst zu finden.

Franzis Optimismus, mit dem sie ihre Mitmenschen im Sturm erobert, hat mich darin bestärkt stets mitfühlend und hilfsbereit zu sein. Denn ganz gleich wie viel Unhöflichkeit mir alltäglich begegnet, weiß ich doch, dass auch eine kleine selbstlose Tat Großes bewirken kann.

Finden auch Sie in Franzi Engel eine Freundin, mit der man durch dick und dünn gehen kann, und laden Sie sich jetzt DER GESCHMACK VON LIEBE von Pippa Arden auf Ihren eReader!

 

 

(Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem Blog des dotbooks Verlages, nachzulesen hier)